letzte Änderung
19. Januar 2017

Bandhistory

© mastersofreality.de  2004-2016
 Autor: Thomas Hornbruch


Die MASTERS OF REALITY sind eine amerikanische Rockband. Sie gelten heute als fester Bestandteil der “Palm Desert Szene” (wo auch Queens Of The Stone Age, Mark Lanegan, The Desert Sessions,  Eagles Of Death Metal, Kyuss etc. mit zugerechnet werden).
Ferner sind sie einer der wichtigsten Vorreiter und Inspiratoren des Stonerrocks. Bandchef Chris Goss, der auch liebevoll “Vater des Stonerrocks” genannt wird,  hat u.a. Kyuss oder den Queens Of The Stone Age zu weltweiten Erfolg geholfen, zudem hatte er bei unzähligen anderen Bands seine Hände als Produzent mit im Spiel.
Die Ursprünge der Band liegen aber nicht im sonnigen Kalifornien, sondern im düsteren Nordosten der USA. Vielen ist aber die erste Phase Ihres Schaffen von 1981-1988  nicht oder nur wenig bekannt. In dieser Zeit klangen die Masters oftmals wilder und dreckiger als alles war wir heute kennen. Mit Ihren
Keyboards, Synthesiser und der Drummaschine, klangen Sie, bevor Rick Rubin sie in die Hände bekam und Ihnen seinen Stempel aufdrückte, wie die Stadt aus der Sie kamen, das modderige und industrielle Syracuse.
 

DER BEGINN
Die MASTERS OF REALITY wurden 1981 von den beiden Freunden Chris Goss und Tim Harrington in Syracuse (USA, Bundesstaat NY) gegründet. Die beiden kannten sich schon von der Henninger High School.
Was vielen jedoch nicht bekannt ist: bevor  sich die Masters “Masters of Reality” nannten, hatten sie die  den  Bandnamen “The Manson Family” oder auch “Cousin It”.
Ihre Musik war damals sehr experimentell und abgefahren genau so wie Ihre Zwei-Man-Shows mit Blacklight, Nebelmaschine nur mit Synthesiser, Gitarre und Drum-Maschine. Musikstil: Mischung aus Kraftwerk (deutsche Musikgruppe) meets Metal. 
Die beiden waren die totalen Melodiefreaks, und schrieben alle Songs wie z.B. John Lennon / Paul Mc Cartney zusammen, so ist es auch nicht verwunderlich das alle Song der ersten LP von den beiden talentierten Songschreibern stammen. Die Melodie ist auch bis heute noch fester Bestandteil eines jeden Chris Goss oder Tim Harrington Song. Während dieser Schaffenzeit entsteht das
”VOODOO DOLL” Tape, das zeigt, zu welchen Leistungen die Masters damals schon imstande waren.

Der Name Masters of Reality stammt vom legendären 3. Black Sabbath Album. Chris war dabei weniger ein Fan deren Musik und wollte mit dem Bandnamen eher der damaligen Musikindustrie eins auswischen, da Black Sabbath zu dieser Zeit als prollig galten. Irgendwann wurde dann Googe (John Endieveri) und Mr. Owl (richtiger Name Al Dunn) zunächst als Keyboarder eingestellt. Googe sattelte später als Bassist um. Mr. Owl der der Hauptkeyboarder war, trat noch vor dem Plattenvertrag der Band aus, er hatte zudem keine Lust mit der Gruppe zu touren und blieb lieber in Syracuse.
Um 1987 gesellte sich Vinnie (Vincent Michael) Ludovico zu den Masters, damit war das erste Lineup, wie es die meisten Leute kennen, zu- sammengestellt (Vinnie war ein Freund von Tim). Mit festen Drummer (anstatt Drummaschine) konnten die Masters ihre Rockmusik auch besser live präsentieren, ferner kratzten die Masters die sich bis dahin noch mit Nebenjobs wie DJ oder Pizzafahrer über Wasser hielten, ihr letztes Geld zusammen, um ein 7 Track
Demotape aufzunehmen.
Steve Latham, ein damaliger Freund und auch später Manager der Band, verschaffte ihnen ein paar Liveauftritte im 4 Stunden Autofahrt entfernten New York. 
Frederik Jay Rubin, besser bekannt als Rick Rubin, bekommt auch eines der Demos in die Hände und produziert die Masters of Reality als ersten Rockakt (noch bevor er Rockgrößen wie Red Hot Chili Peppers, Trouble, Danzig oder Black Crowes produziert) auf seinem 1988 frisch gegründeten Label DEF AMERICAN (der Plattenvertrag wurde übrigens noch bei DEF JAM unterschrieben). Was für einen außergewöhnlichen Eindruck muß das Demoband wohl auf Rubin gehabt haben?!

Die Aufnahmen dauerten 6 Monate (!!!), d.h. sechs Monate hat der Perfektionist Rick Rubin mit der bis dahin unbekannten Rockgruppe im Studio verbracht und verhältnismäßig viel Zeit und Geld investiert.
Kommentar Chris Goss : “Immer wieder haben wir etwas anderes ausprobiert, ob es so nicht vielleicht noch besser klingen könnte. Allerdings hat Rick Rubin kein einziges Mal über unsere Köpfe hinweg entschieden, sämtliche Entscheidungen wurden von ihm und der ganzen Band getroffen”.
Ferner hat Rick Rubin Chris seinen Gesang perfektioniert, Chris war damals der Rebell, er schrie viel ins Mikro durch seine jahrelangen Liveauftritte, dadurch wurde klang seine Stimme manchmal dünn, seit dem Debüt singt er aber sehr klar, ausgeglichen und mit Gefühl. 
 

                              Chris Goss        Vinnie Ludovico      Googe       Tim Harrington

So erschien 1988 Ihr erstes Album “MASTERS OF REALITY” mit dem Beinamen “The Blue Garden” (benannt nach dem genialen LP Klappcover von John Leamy, späterer Drummer der Masters of Reality - siehe unten).

Noch am Rande: Der wahre Grund von Mr. Owls Bandaustritt war wohl, dass Rick Rubin keine Synthesiser mochte, und er deshalb nicht in Rubins Bandgefüge passte. Trotzdem spielt Owl als Gastmusiker noch die Keyboards auf dem Debüt ein - man denke nur an das phantastische Intro zu “Kill The King”.
Rubin hatte außerdem den Masters die Pistole auf die Brust gesetzt, sie mussten sich entscheiden, ob “Doraldina´s Prophecies” oder “Kill The King” (beide mit Keyboard) auf dem Album haben wollten. Die Masters entschieden sich für “KIll The King”, Doraldina blieb draußen (erstmal).
Das Durchschnittsalter der Masters of Reality liegt bei Ihrem ersten Werk schon bei über 30 Jahren. Vielleicht macht diese Tatsache, in Verbindung mit Rick Rubins Produktionskunst, den satten, reifen Sound der Masters aus.
Bei den Aufnahmen lernt Chris seine zukünftige Frau Cynthia kennen.
 

DER SPLITT UND DIE NEUANFÄNGE
Nach dem Release des Debuts ging die Band schon sehr früh, während der folgenden US-Tour mit
Kings´X (in Chicago 1989) in die Brüche. Der Split erfolgte durch Chris Goss. Vor der Tour spielten die Masters Ihren einzigsten Livegig in Europa, in Amsterdam.
Nach dem Splitt, der 50/50 ausging, behielten Chris und Googe den Namen der Masters of Reality. Übergangsweise wurde erst mal John Leamy der bis dahin bei einer Combo mit Namen “Surgery” spielte, als Drummer genommen und als Ersatz für Tim Harrington wurde Daniel Rey (Produzent von den Ramones, Circus of Power oder Raging Slab) als Gastmusiker eingestellt.
Der erste Labelwechsel folgte 1990 von Def American zu Delicious Vinyl ziemlich unproblematisch. Die Bosse von Delicious Vinyl Matt Dike und Michael Ross waren Freunde von Rick Rubin und zudem selbst große Masters of Reality Fans. So kam es zu einer Wiederveröffentlichung des Debuts. Chris nutzte seine Chance und änderte die Trackreihenfolge des Erstlings, remixte “The Candy Song” und fügte das für Ihn wichtige gänsehautfeeling-Stück “Doraldina´s Prophecies” hinzu (welches auch schon als Demo vorhanden war, aber Rick Rubin bei der Trackauswahl nicht dabeihaben wollte). So stand Chris neben Matt Dike und Michael Ross das erste mal als Co-Produzent auf einer CD (und er hatte somit am Produzieren einer Band Blut geleckt).
Ferner produzierte Delicious Vinyl 1990 den Soundtrack für den Actionfilm “
Marked For Death” mit Steven Segal in der Hauptrolle. Die Masters waren hier aber nicht nur im Soundtrack vertreten, sondern spielten auch eine kurzen Gastauftritt als Liveband, wo sie mit dem rockigen “Domino” eine Massenprügelei untermalten.

Die andere Hälfte der Urbesetzung von den Masters of Reality, sprich Tim Harrington und Vinnie Ludovico, konnten die Reaktion von Chris nicht verstehen und gründeten sofort nach dem Split die Rockgruppe BOGEYMEN. Das Lineup bestand somit aus Tim Harrington (Gitarre + Gesang), Vinnie Ludovico (Schlagzeug) und Greg Creamo Liss (Bass + Gesang) [linkes Bild]. Etwas später gesellte sich zu dem Trio noch George Rossi (Keyboard, Manoline + Gesang) und machte die Gruppe komplett [rechts im rechten Bild].

       

Sie veröffentlichten auch bei Delicious Vinyl mit Matt Dike und Michael Ross als “exclusive Producers” 1991 das Album Bogeymen “THERE IS NO SUCH THING AS”. Dieses Album ist eine wahre Rockperle und ist sozusagen das 1. Nachfolgealbum zu “The Blue Garden”. Musikalisch folgt es dem Debüt, ist frech und spritzig und zudem ist jeder verwundert, wie gut Tim Harrington als Sänger fungiert. Was wohl dabei raus gekommen wäre, wenn die vier Urmasters weiter zusammen Musik gemacht hätten? Leider war dies das einzige und letzte Album vom “Bogeymen”, obwohl es genug Material gegeben hätte, um noch ein zweites Werk zu produzieren. (hier noch ein authentischer Bericht zum Dreh des “Killing Ground” Video von George Rossi)

Mittlerweile haben Chris und Googe auf einer Party Ginger Baker kennengelernt. Nachdem die Frau von Ginger Ihn überredet mit den beiden zu jammen (Ginger ist schon über 50 Jahre alt und somit über 20 Jahre älter als Chris und Googe), ist die mehrstündige Jam-Session so hammermäßig für alle beteiligten ausgefallen, dass Ginger kurzentschlossen beschließt bei den Masters of Reality einzusteigen und ersetzt damit im Jahre 1990 John Leamy an den Drums. (John war  laut Chris Goss zu diesem Zeitpunkt nur eine Art Übergangslösung. Für John war das sehr hart, er ist extra nach L.A. gezogen, hatte seine eigene Band verlassen, nur um bei den Masters spielen zu können).
Es gilt als eine Sensation, dass Ginger Baker der Trommelgott (der schon mit The Cream, Eric Clapton und Garry Moore spielte) bei den Masters einsteigt und seine Pferdezucht und Polospiel links liegen lässt.
1992 spielen die Master of Reality das grandiose 2. Album
“SUNRISE ON THE SUFFERBUS” ein, welches einfach gestrickt ist, mehr Luft hat, back to the 60´ und einfach nur groovt, mit dem unverwechselbaren Sound von Ginger Baker an den Drums.
Mit dem Hit “She Got Me (when she got her dress on)” erreichen die Masters das erste mal die Top 10 Billbordcharts der USA. Mit diesem Album wechselten die Masters wieder einmal das Plattenlabel von Delicious Vinyl zu Gingers Label Chrysalis Records.
Doch dann wird Ginger Baker zum Problem, verständlicher Weise. Er denkt er hat eine Platte gemacht von denen Sie gleich 100.000 Stück oder mehr verkaufen, und nun würde die Band in ausverkauften Hallen von tausenden Zuschauern spielen.
Der legendäre Dummer hatte einfach schon ein anderes Niveau erreicht, er hatte alles zu einer anderen Zeit schon einmal durchgemacht und Verstand nicht warum die Masters als Vorband vor “Alice in Chains” auftreten mussten.
Und obwohl sich die Band auf der musikalischen Ebene sehr gut verstand, war es für Ginger zu viel sich von z.B. einem “Alice in Chains”-Fan als Vorgruppe mit einem Pappbecher bewerfen zu lassen.
Zudem hatten die Masters wieder einmal Pech bei dieser Tour, denn sie fand ein jähes Ende als AIC Frontmann Layne Staly aufgrund einer Überdosis auf der Bühne zusammenbricht. Die Folge war, Ginger trat 1993 aus der Band aus und widmete sich wieder seinen Hobbys Polo und Pferdezucht.
Bei dieser besagten Tour spielte vor den Masters und Alice in Chains  noch eine weitere Rockgruppe mit dem Namen Circus of Power. Und Circus of Power hatten wiederum diesen talentierten Drummer namens Victor Indrizzo. Victor hatte die Auftritte der Masters genauestens verfolgt und war ganz angetan von deren Musik. Als Chris Victor während dieser Tour fragte ob er bei den Masters als Drummer anfangen wolle, weil Ginger keine Lust mehr hatte, sagte Victor zu und wurde Ginger Bakers Nachfolger bei den Masters of Reality.  Sammler-Info: Später erscheint die  Spitfire-Variante (US-Label) von “Sunrise On The Sufferbus”  mit geänderten Liner-Notes von Chris Goss.

DAS VERLORENE 3. ALBUM
Das neue Trio Chris Goss, Googe und Victor Indrizzo spielen nun das 3 Album der Masters of Reality ein, welches zuerst den Arbeitstitel “Absynth”, danach “El Valva” und zu guter Letzt “THE BALLAD OF JODY FROSTY” hatte. Die Aufnahmen begannen 1994. Das fertige Studioalbum sollte im Frühjahr 1995 bei EPIC erscheinen.
Die verantwortlichen der Plattenfirma sahen aber kein Hitpotenzial für eine Radiosingle und lehnten eine Veröffentlichung zu guter Letzt ab.
Schade, denn das Album war in dieser Songzusammenstellung und zu diesem Zeitpunkt nicht nur sehr gut (wenn nicht magisch) es wäre auch ein guter Brückenschlag zwischen dem rockigen ersten und eher schlichten zweiten Album der Band gewesen. Viele Stücke des Albums sind dann später doch noch hier und da auf diversen Alben veröffentlicht worden, da Chris als Künstler noch immer die Rechte hatte. Die Magie der Zusammenstellung des 3. Albums ist damit aber leider endgültig verlorengegangen.
Zu diesem Zeitpunkt sah es ziemlich finster um die Band aus. Chris Goss Ruf als erfolgreicher
Produzent in der Szene war bekannter als seine eigene Band die Masters of Reality.
Chris Goss hatte zu diesem Zeitpunkt aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und hat aus eigener Kraft sein erstes eigenes Studio die “Monkey Studios” in Palm Springs eingerichtet. Hier hat er z.B. das Debütwerk der Queens of the Stone Age oder “Holiday Man” von The Flys  produziert und auch andere Sronerrockgrößen wie Nebula haben hier Ihre Alben aufgenommen.
Brendon McNichol der noch bis 1995 bei der Band Rattlebone spielte, stieg 1996 bei den Masters of Realtiy als 2. Gitarrist ein (Brendon war später in 2 Bands tätig, er war Mitglied der Masters und auch offizieller 2. Gittarist bei den Queens of the Stone Age, wo er neben der Gitarre auch Lap-Steel und Piano spielte!).

1996 wurden 2 Liveshows in Johnny Depp´s berüchtigten VIPER ROOM mitgeschnitten, und das eher zufälliger Weise, weil die Plattenfirma noch etwas Geld übrig hatte.
Die Aufnahmen wurden zu dem besten Masters-Livealbum aller Zeiten zusammengeschnitten, und unter dem Titel
“HOW HIGH THE MOON , LIVE AT THE VIPER ROOM” 1997 veröffentlicht.
Bei diesen authentischen und bewegenden Aufnahmen der Band hatte sogar Scott Weiland (Sänger von Velvet Revolver, ex. Stone Temple Pilots und Chris Goss Freund) einen Gastauftritt, er sang die Ballade “Jindalee Jindalie”. Die Vorband waren “The Earthlings”.

Nach den Aufnahmen sollten die Masters eigentlich den Sommer über zusammen mit Slo Burn (Band um John Garcia, die Chris Goss gerade pruduziert hatte) in den Staaten auf Achse sein, um das Livealbum  vernünftig zu promoten.
Stattdessen ging Red Ant, dem Vertriebspartner von Malicious Vinyl, quasi über Nacht die Luft aus. Sämtliche Dates wurden ersatzlos gecancelt. Das war wieder einmal ein Schlag ins Gesicht der Masters und jeder in der Band mußte jeder sehen wo er blieb, um zu überleben.
Chris Goss musste seine Band somit erstmal an 2. Stelle setzen und betätigte sich wieder einmal  als Produzent, während Drummer Victor Indrizzo zusammen mit Scott Weiland an dessen Soloalbum arbeitete. Googe der zu diesem Zeitpunkt gerade Vater wurde, nutzte diese Gelegenheit, sich aus dem Musikgeschäft zu verabschieden und um sich seinen Vaterpflichten zu stellen. Er ist seitdem erfolgreich in der Computerbranche tätig.
 

TIM HARRINGTON MELDET SICH ZURÜCK
1996 tat sich auch etwas in Syracuse, ein Lebenszeichen von Tim Harrington (von dem man seit  dem 1991 erschienenen Bogeymen-Album nichts mehr gehört hatte). Neben der ruhigen “SHINEOLA” LP, die nur mit einem großen “H”  auf dem Cover rausgebracht wurde (“H” war damals der Spitzname von Tim Harrington), brachte er das gleich ein 2. Hammeralbrum namens “MASTER FREQUENCY & HIS DEEPNESS” raus.
Diese Album wartet zum Teil mit Gitarrenriffs wie im ersten Masterswerk auf, hält musikalisch viele Überraschungen bereit und ist auf Grund seiner Vielschichtigkeit ein Meisterwerk für sich (
hier anhören).
 

DIE NEUEN MASTERS REFORMIEREN SICH
Chris versucht 1998 die Band wieder zu reformieren, nach der Misere mit dem Plattenlabel Red Ant. Er besinnt sich auf einen alten Kollegen und ruft John Leamy in New York an, ob er nicht Lust hätte, mit den Masters eine Europatourne zu machen. John bejaht. Und So kommt es zu einem Treffen zwischen den beiden seit Anfang der Neunziger Jahre, wo John durch Ginger an den Drums ersetzt wurde.
Neben John verpflichtet Chris noch Brendon McNichol (der ja auch noch als Bandmitglied da war) als 2. Gitarristen, sowie den Gastmusiker Paul Powell als Bassist für die Great Spelunker Tour 1998.

Mit diesem Lineup spielen die Masters Ihre erste wirkliche Europatour seit Ihrem Bestehen (Ende der Achtziger Jahre waren die Masters ja nur für einen Gig in Europa). Die Vorgruppe ist Silverbullit (eigentlich sollten es ja die Queens of the Stone Age sein).
Noch etwas am Rande: Die Gruppe WE steckt in Enger Chris Goss eine Demo CD zu.

Mit “WELCOME TO THE WESTERN LODGE” folgt 1999 das 3. offizielle Studioalbum  (sieben Jahre nach “Sunrise on the Sufferbus”!!!), welches in zunächst erstmal in Europa bei Chris Goss´ eigenen Label “Brownhouse” erscheint (ein Unterlabel des niederländischen Label Mascot).
Das Album wurde in den Monkey Studios aufgenommen. Der wunderschöne Song “Baby Mae”, von dem nie veröffentlichten Album “The Ballad of Jody Frosty” wurde ebenfalls auf diesem bis dahin finstersten Masteralbum veröffentlicht.
Das Album wurde fast ausschließlich von Chris Goss und John Leamy eingespielt, Chris spielt Gitarre, Bass, Keybords und singt während John auch Keybords, Bass sowie das Schlagzeug beisteuert. John ist darüberhinaus auch bei 3 Tracks als Songschreiber tätig und macht die Albumcovergestaltung. Weitere Gastsongschreiber sind David Catching und John Russo. Für den US-Markt mischt Chris Goss später nochmal eine leicht abgeänderte Form von “Welcome to the Western Lodge” für das Label Spitfire ab.
Die anschließende Real War Europa Tour bestritten Chris Goss und John Leamy mit Brendon McNichol, Paul Powel (gleiche Aufgaben wie bei der Great Spelunker Tour) zusätzlich wurde noch Mathias Schneeberger von den Earthlings an den Keyboards verpflichtet. Die Vorgruppe waren die Stonerrocker WE aus Norwegen.

2001 folgte dann der nächste Meilenstein der Masters, Chris Goss spielte zusammen mit John Leamy und jeder Menge anderer Freunde das 4. Studioalbum ”DEEP IN THE HOLE” ein.
Das so viele Freunde da waren lässt sich so erklären: Das Album wurde zur gleichen Zeit aufgenommen wie die “Desert Sessions 7/8” und die Vorproduktionen des kommenden QOTSA Albums “Songs For The Deaf”. Chris hatte ein Haus gemietet, sein Aufnahmeequipment reingestellt und jeden Tag waren andere Musiker da, die beim Album mithalfen.
Die Aufnahmen wurden diesmal hauptsächlich tagsüber gemacht und nicht nachts, wie bei “Welcome To The Western Lodge”. Das merkt man auch dem gesamten Album “Deep In The Hole” an es hat Luft und atmet im Gegensatz zum Vorgängeralbum. John Leamy betätigt sich auch wieder als Songschreiber neben Goss. Den Song “Roof Of The Shed” schreibt Goss zusammen mit Josh Homme. Mark Lanegan singt mit seiner Reibeisenstimme den Refrain zu “High Noon Amsterdam” für das Album ein. Das unverwechselbare Coverfoto, wo Chris aus der Gitarre schaut (und hierbei handelt es sich um keine Fotomontage oder Computrick) schießt
Nigel Copp. Verwunderlich für alle Mastersfans ist, dass ein neues Mastersalbum schon 2 Jahre nach dem letzten Studioalbum rauchkommt, sonst geht doch immer alles so langsam im Mastersuniversum.
Noch zu erwähnen ist, dass Cargo Records im Jahr 2001 das Album “How High The Moon” wiederveröffentlicht, mit anderem Cover und unter dem Namen
“REALITY SHOW” (die Tracks sind aber alle gleich).
Chris Goss gibt am 6. September ein legendäres Konzert mit alten, neuen und nie zuvor gespielten Songs (z.B. Jody Frosty) in der Knitting Factory mit all seinen Freunden.
Im Dezember des gleichen Jahres packt sich Chris Goss die QOTSA Köpfe Josh Homme und Nick Oliveri, (damit sie die Köpfe mal vom Studioalltag freibekommen) und geht mit Ihnen und John Leamy auf die “Deep In The Hole” Europatour.

Dieses Ereignis wird aufgenommen und im Jahr 2002 als Livealbum “FLAK ´N´ FLIGHT” veröffentlicht.
 

WAHRE MEISTERPROJEKTE: “CREEPJOINT, GOON MOON & 5:15ers”
2002 ist auch das Jahr, indem sich Tim Harrington nach sechs Jahren Abstinenz, diesmal mit fester Band namens CREEPJOINT aus Syracuse zurückmeldet.
Über deren Album
“KILL THE HEAD” gibt es nur Gutes zu berichten. So sagt der ROLLING STONE: “Kill The Head is one of the early 21st centruries best hard-rock albums, and few know it exists!”. Neben Tim an der Leadgitarre und Gesang, spielt Scott Schimpff - Bass, Bobby Budd - Gitarre und Andy Walton - Schlagzeug.

Im Jahr 2004 überrascht uns Chris Goss mit dem sehr persönlichen Album “GIVE US BARABBAS” auf dem er sich selbst Chris Goss und die Masters als Künstler angibt. Auf dem Cover und Inlay sind selbstgemalte Zeichnungen von Chris Goss zu sehen. Das Album selbst enthält gesammelte Songs der letzten 20 Jahre, die Chris wichtig waren aber nie richtig auf voriges Mastersalbum gepasst haben. Es sind Lieder z.B. fünf Songs vom 3. verlorenen Studiaobum “The Ballad of Jody Frosty” drauf,  1 Track mit Ginger Baker aus alten Sufferbus Tagen, Lieder die irgendwann mit Chris Palmer und Brendon McNichol geschrieben wurden und auch ein Lied aus den 80gern das er damals mit seinem alten 4-Spur-Rekorder aufgenommen hat.
Schreckensnachricht: Ende des Jahres 2004 wird Chris Goss mit einem schlimmen Infekt ins Eisenhower Memorial Krankenhaus eingeliefert, wird viele Tage ins künstliche Koma versetzt und nur über einen Schlauch ernährt. Zum Glück hat er alles gut überstanden und überlebt!

GOON MOON heißt die Neue Band die Chris Goss zusammen mit Jeordie White und Zach Hill gründet.  Der erste abgefahrene Output der Gruppe, die sich zuvor SNOWBALLS nannten, kommt im Jahr 2005 mit dem Titel “I GOT A BRAND NEW EGG LAYIN´ MACHINE” daher.
2005 steht Chris Goss auch das erste mal wieder gesund mit den Masters of Reality auf der Bühne! Für ein Konzert tritt er auf dem Azkena Rock Festival in Spanien auf mit John Leamy an den Drums, Dave Catching an der Gitarre und Liam O´Malley (Mitstreiter aus John Leamys New Yoker Band Dr. Mars) am Bass.

2006 haben die MASTERS OF REALITY Ihr 25. jähriges Bandjubiläum! Mastersofreality.de feiert dies, indem Thomas 7 Interviews mit verschiedenen Bandmitgliedern macht. Gestartet wird schon Dezember 2005 mit Googe Endieveri -  bis 2007 endlich das Interview mit Brendon McNichol steht.
Chris Goss startet mit Josh Homme das Nebenprojet der
“5:15ers”, sie treten im Februar live auf dem ARTHURBALL auf und performen neben zahlreichen Masters of Reality Liedern auch z.B. “Into The Hollow” vom QOTSA “Era Vulgaris” Album, welches erst ein Jahr später erscheinen wird.
 

Im Jahr 2007 raffen sich die Herren Chris Goss und Jeordie White zusammen und bringen die 2. GOON MOON Platte namens “LICKERS LAST LEG” auf Mike Pattons Ipecac Label raus. Die Platte ist die Überraschung des Jahres und ist leichter verdaulich als das Erstwerk. Hier spielen ähnlich wie bei ”Deep in the Hole” viele Freunde und Bekannte mit, als da wären: Zach Hill, David Catching, Josh Freese, Whitey Krist, Josh Homme oder Peter Perdichizzi. Eine kleine Herbsttour folgt durch die USA, neben Goss und White sind folgende Bandmitglieder mit am Start: Fred Sablan, David Henderson (Jonsey) und Edmund Monsef.
Chris Goss verbringt ausserdem dieses Jahr viel Zeit mit der Produktion der UNKLE Platte, auf der Rancho De La Luna. Zudem ist er auch Gastmusiker und Songschreiber,  genau so wie Josh Homme und Ian Astbury (der übrigens den Kontakt hergestellt hat) sind an der Platte beteiligt.
 

WARTEN AUF NEUES STUDIOMATERIAL
Im Februar 2008 ist es dann endlich  soweit, Chris Goss und John Leamy verkünden offiziell, dass Sie das nächste Masters of Reality Studioalbum auf der Rancho De La Luna einspielen wollen.
Zur gleichen Zeit sind auch noch die Mitglieder von John Leamy´s New Yorker Band “Dr. Mars” auf der Rancho, als da wären Liam O´Malley und Joe Arcidiacono, die auch noch ein einige Tracks mit Chris aufnehmen.
Im Sommer sollen dann die Masters auf Europatour kommen, sie sind sogar schon für alle großen Festivals z.B. Rock am Ring bestätigt. Leider werden alle bestätigten Termine der Tour gecancelt, da Chris einfällt, dass er noch ein bisschen am bis dahin noch unbetitelten Meisterwerk rumbasteln will. Wahrscheinlich gab es noch einiges mehr an Problemen, da der Releasetermin der Platte vom Plattenlabel BROWNHOUSE immer wieder weiter und weiter nach hinten verschoben wird... bis ins nächste Jahr.

Am 24. August 2009 ist es dann soweit, das MASTERS OF REALITY Album “PINE / CROSS DOVER” wird 5 Jahre nach “Give Us Barabbas” veröffentlicht.
Doch das war aber noch nicht alles, der andere Urmaster Tim Harrington veröffentlicht am 8. Oktober das lang erwartete 2.
CREEPJOINT Album “GOOD COOKIE”.
Im Oktober folgt eine Europatour mit dem Titel “Psycho Attack: An Evening with Masters of Reality”. Neben Chris Goss (Gitarre/Gesang) sind John Leamy (Drums), Paul Powell (Bass) und Mathias Schneeberger (Keys/Gitarre) mit an Board. Die Opener sind von Gig zu Gig unterschiedlich, als da wären “Vic Du Montes Persona Non Grata”, “We Fell To Earth” und “Drums Are For Parades” (siehe
Tourhistory). Noch eine Geschichte am Rande, auf der Fahrt von Hamburg nach Tilburg wird der Tourbus von der Deutschen Polizei angehalten, als der Bus weiterfahren will, bricht der Zündschlüssel im Schloss ab, mit der Folge, dass die Masters so spät zum Gig kommen, dass Sie noch nichtmals einen Soudcheck durchführen können.
Am 04. November feiert Ginger Baker im Jazz Café in London seinen 70zigsten Geburtstag, Chris Goss ist als Ehrengast und Musiker eingeladen. Zusammen spielen sie Masters of Reality Klassiker aus den Sufferbustagen aus den Anfang der 90er Jahren wie ”Alamout”, “Ants in the Kitchen” oder “Rabbit One”.  Peter Brkusic von der Ginger Baker Fanseite und ich haben das eingefädelt, er hat mich gefragt, ob Chris spielen wollte. Bei  dem Treffen im Sommer 2009 in Dortmund mit Chris Goss und Evert Wubben (Mascot-Label) hat er zugestimmt.

Im November 2010 wärmen sich die Masters of Reality mit einer U.S. Headlinertour an der Westküste auf, bevor Sie mit Ian Asbury´s The Cult in England und den Beneluxstaaten von Januar bis Anfang Februar 2011 als Opener begleiten. Zuvor hat Chris Goss an The Cults Album gewerkelt.
Das Masterslineup besteht diesmal aus Chris Goss (Gitarre/Gesang), Lohn Leamy (Drums), Dave Catching (Gitarre), Abby Travis (Bass) und Mathias Schneeberger (Keys). Für den Juni 2011 bestätigen die Masters 3 Konzerte in Deutschland die nachher wegen Terminproblemen abgesagt werden.
Im Juli feiert Dave Catching in seiner Geburtsstadt New Orleans ausgiebig seinen 50zigsten Geburtstag wo auch z.B die Eagles of Death Metal und die Masters of Reality spielen mit Sean Yseult (White Zombie/Star & Dagger) anstsatt Schneeberger am Keyboard.

Und die Masters of Reality die 1981 von Chris Goss und Tim Harrington gegründet wurden, haben selber 2011 Ihr 30 JÄHRIGES BANDJUBILÄUM. Thomas hat dazu viele ehemalige Mitglieder, Wegbegleiter und Bekannte um Ihre Erinnerungen und Glückwünsche gebeten. Das Ergebnis könnt Ihr im Archiv 2011 nochmal nachlesen (Kategorie: besonders wertvoll und sehr empfehlenswert!). 

 (Fortsetzung folgt! Hier geht es weiter zum Newsarchiv )

 

                                                                     

 

 


© Thomas Hornbruch Productions