How High the Moon / Reality Show - Reviews

Review aus intro.de
von Stephan Glietsch
MASTERS OF REALITY -”How High The Moon - Live At The Viper Room”
((Malicious Vinyl / Semaphore)) [27.01.98]

MASTERS OF REALITY sind eigentlich niemand anders als der durch seine KYUSS-Produktionen wohl noch eher als durch die beiden fantastischen Alben seiner Band bekannte Chris Goss. Der Mann wechselt die Bandmitglieder zwar mit der Geschwindigkeit einer mexikanischen Wüstenspringmaus, legt beim Songwriting allerdings eher das Tempo einer Kaktee an den Tag. Wer das unter der Regie Rick Rubins bei "Def American" erschienene selbstbetitelte Debüt und den späten Nachzügler "Sundown In The Sufferbus" (mit CREAM-Legende Ginger Baker am Schlagzeug) kennt, dürfte sie wohl für einen schlagenden Beweis dafür halten, daß richtig gut Ding eben auch ordentlich Weile haben will. Bei Herrn Goss bekommt es die sowohl in Sachen Veröffentlichungen als auch bezüglich der Bühnen-Aktivitäten überreichlich. Da verwundert es nicht weiter, daß der Mann den kommerziellen Erfolg trotz zweier bahnbrechender Wegbereiter auf dem eigenen Konto bisher wohl nur vom falschen Ende des Staus zu Gesicht bekam und Kritiker ihm immer wieder attestieren, er werde dereinst als das klassische Beispiel des verkannten Rockgenius' in die Geschichte eingehen.
"How High The Noon" ist ein Mitschnitt von einem der raren und meistenteils gefeierten Auftritte der MASTERS und featured nicht einen neuen Song. Da den allerdings ohnehin kaum ein halbwegs realistisch denkender Mensch erwartet hätte, handelt es sich um ein von vorne bis hinten enttäuschungsfreies Album, das sowohl Freunden des korpulenten Cannabisfreundes als auch Neueinsteigern in die alles andere als realistische Welt der MOR bedingungslos ans Herz gelegt gehört. Kleiner Nachsatz: In Kürze gibt es dann vielleicht doch endlich neues Studiomaterial. Gerüchteweise feilt Goss gerade mit Ex-THE CULT-Sänger Ian Astbury an neuen Songs.

 

 

Review von Whiskey-Soda.de
AMASTERS OF REALITY  “How high the moon - live at the viper room”
Medium / Typ: Live-Album
Author: Soda
Nach der Aussage von Chris Goss sind Masters of Reality eine Rock’n’Roll-Band weil die richtige Definition für ihre Musik eben Rock’n’Roll ist. Dem kann man nicht widersprechen, jedenfalls nicht wenn man 'How High The Moon, Live At The ViperRoom' gehört hat.
Auf dieser Scheibe findet sich nämlich die Bestätigung für diese Aussage. Die Musik ist straight, wenn auch nicht gerade forward, und ist tatsächlich in keine andere Kategorie einzuordnen. Man merkt schon nach kürzester Zeit, daß die Band ihr Handwerk versteht, und dementsprechend wenig Ansatzpunkte für musikalische Kritik findet man dann auch auf dem Album, welches sich insbesondere durch seine unkomplizierten Riffs auszeichnet.
Das Gesamtwerk erhält dadurch einen sehr soliden Eindruck und macht eigentlich auch Spaß. Das Problem dabei ist nur, daß Rock’n’Roll zur Zeit nicht angesagt, weil nicht wirklich gefragt ist. In Zeiten, wo Crossover Trend ist gibt es einfach zu wenig Leute, die diese veraltete Form des Rock hören wollen. Deshalb kann man auch annehmen, daß Masters of Reality ihrer Supporter eher unter den älteren Semestern finden werden, die halt nicht die ideale Zielgruppe sind, wenn man auf Verkaufszahlen schielt.
Dann sollte man versuchen am besten angehende Teenager und Frühpubertierende anzusprechen, weil die einfach kauffreudiger sind. Deshalb muß man davon ausgehen, daß die vorliegende CD auch mit verstärkter Promotion kaum große Chancen hat eine Marktposition zu etablieren, die einen entsprechenden Aufwand rechtfertigen würde.